Gratulationsempfang für Europameister Nico Müller

Die Neckarhalle in Obrigheim war voll besetzt vor dem Start zum Bundesligawettkampf der Obrigheimer Gewichtheber gegen den AC St. Ilgen. Bevor die Heber die erste Hantel stemmten, gab es einen Gratulationsparcours für Europameister Nico Müller und seine Teamkollegen, den EM-Siebten Alejandro González und den EM-Fünften Matthäus Hoffmann. Neben Landrat Dr. Achim Brötel, dem Bürgermeister der Gemeinde Obrigheim Achim Walter, den Vorstandsmitgliedern des Vereins Werner Diemer und Volker Hauß reihte sich auch die Sportkreisvorsitzende Dr. Dorothee Schlegel in die Schar der Gratulanten ein. Sie überreichte Nico Müller ein Foto aus dem Jahr 2010, als sie ihm das erste Mal zu seinen Jugenderfolgen gratulierte und sich sicher war, dass Großes in ihm steckt. Der Applaus des Publikums war den Dreien gewiss, fast wie Vorschusslorbeeren oder als Ansporn für den darauf folgenden Wettkampf. Nico Müller, danach befragt, wie er diesen Überraschungscoup mit dem EM-Gold erreicht hat, antwortete: „Ich wollte von nichts was wissen und mich komplett auf die einzelnen Versuche konzentrieren. Dass ich beim Reißen Vierter war, das kam bei mir während der Pause zwischen den beiden Disziplinen an. Aber während des Stoßens habe ich mich um die aktuellen Platzierungen nicht gekümmert. Vor dem letzten Versuch sagte Matthäus Hofmann, der mich zusammen mit Bundestrainer David Kurch betreute: „Jetzt ist es wichtig.“ Da dachte ich kurz, es geht wohl um eine Medaille, aber Gold hatte ich nicht im Sinn. Erst nach den gestoßenen 191 Kilo und dem Jubel unseres Betreuerteams wurde mir bewusst, dass was Größeres passiert sein musste.“ Feiern war noch nicht angesagt, denn die Dopingkontrollen haben sich lange hingezogen. An eine Pause hat er nicht gedacht, ging es doch zuhause im Team um die Generalprobe für den Endkampf um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft 2018. Und an diesem Abend legte oder hob er mit scheinbar großer Leichtigkeit sechs gültige Versuche und sammelte 182 Relativpunkte. Er war damit der beste Heber des Abends und bewies sein EM-Können auch zuhause, was von großem Jubel begleitet wurde. Es ist ihm zwar nicht leicht gefallen, gleich nach der EM wieder zu trainieren, aber er will seine Form halten und sich mit seiner Mannschaft im Finale beweisen. Seine Teamkollegen zeigten ebenfalls Größe und Stärke, insbesondere die 15-jährige Celina Schönsiegel, die zum ersten Mal, quasi als Premiere, vor heimischem Publikum auftrat und mit 100 erreichten Relativpunkten das in sie gesteckte Vertrauen mehr als bewies. Zusammen mit González, Jakob Neufeld, Marius Oechsle und Ruben Hofmann bleiben die Obrigheimer Gewichtheber auf Finalkurs. Drücken wir ihnen die Daumen, dass sie alle am 28. April in Topform sind. Es wird spannend!